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Geister aus der Nacht

Ist's Noth auch, dass sich Geister aus ihrer Nacht bemühn,
Um Seelen zu verderben und sie dem Licht entziehn?
Es wohnt im Menschenherzen oft solch ein böser Geist,
Dass er auf eignen Flügeln es hin zum Abgrund reisst. -

Und zauberhafter zeigt sich das Gartens bunte Pracht,
Und höher wächst das Staunen ob Faustus Wundermacht.
Jetzt lockt sogar vom Kirschbaum die Feige, saftig weich;
Und Datteln trägt der Birnbaum, wenn Faustus winkt, sogleich.

Am Schleendorn sprosst ihm Lorbeer, Kastanien trägt der Buchs;
Der niedrige Lavendel hat einer Lilie Wuchs.
Die Mandel reift am Taxus, die Nuss am Myrthenstrauch,
Erdbeeren trägt der Ahorn, und Nelken trägt der Lauch. -

Weh, wer vom Pfad des Schönen ablenkt und irre geht,
Zur Unnatur sich wendend, sich selber nicht versteht.
Wer Gaukelei für Kunst hält, und Trug für Wahrheit schätzt,
Und auf der Thoren Beifall Vertrauen gläubig setzt.

Faustus, wie sucht Dein Streben solch irre Bahnen nun?
Die Kraft des früh'ren Wollens spricht nicht aus Deinem Thun.
Er, der an Dich gekettet durch Deines Zaubers Macht,
Hat nicht Dich zu belehren, nur zu bethören, Acht.

"Lasst Schellen hell erklingen bei buntem Mummenschanz,
Lasst heitre Gäste singen und springen froh im Tanz.
Ist Jugend nicht im Winter der Zeit ein Zauberhain?
Ernst blickt von fernen Alphöhn der Schnee des Alters drein!"

Quelle:
Faustus
Ein Gedicht von Ludwig Bechstein - Leipzig 1833
www.zeno.org - Zenodot Verlagsgesellschaft mbH
 

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